Ich brenne für meinen Job…

Er brennt für seinen Job, wie es jeder gern tun würde. Aber warum?

Interview mit Jerzy Bojanowski, Soloklarinettist der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie
Schönebeck, Pianist, Eventmusiker und Musikpädagoge.
Foto: Thomas Ertmer/Fotoatelier Mentzel
Es gibt sicherlich viele Menschen, die sich jeden Morgen fragen: Wofür
mache ich das überhaupt?

Sollte ich nicht lieber liegen bleiben und mich nach etwas anderem umschauen? Dieses
Gefühl ist auch nicht verwerflich, da man nicht immer direkt beim ersten Anlauf den
perfekten Job für sich findet. Nicht jeder weiß direkt nach seinem Schulabschluss, was der
richtige Beruf für ihn ist, weshalb doch sehr viele Menschen eine Tätigkeit ausüben, mit der
Sie überhaupt nicht glücklich sind.
Für all diese Personen gibt es jedoch eine gute Nachricht. Der Job-Markt ist groß und mit
präzisen Beratungen und Studien/Berufsorientierungstests kann für jeden ein geeigneter Job
gefunden werden, für den sich das Aufstehen lohnt.
Ausführlichte Tests und Beratungsgespräche zur Berufsfindung oder Umorientierung werden
von der Heinemann e.K Personal- und Managementberatung angeboten.
Bei Fragen wenden Sie sich an uns. 
Der Kontakt zu Herr Bojanowski entstand nicht wie bei vielen anderen unserer
Interviewpartner über eine Bewerbung bei uns, sondern über einen zufälligen Kontakt
zwischen ihm und Frau Heinemann. Herr Bojanowski zeigte Interesse an dem Berufsfeld der
Personalberatung und des HR-Managements. Aufgrund der Liebe zu seiner Berufung war
schnell klar, dass ein Interview mit ihm interessante Aspekte bieten würde.
Jerzy Bojanowski wurde 1967 in Lublin, Polen geboren und hat dank des musikalischen
Interesses seiner Familie früh zur Musik gefunden.
Er lernte in der Musikschule seines Heimatortes Zamość das Klavier- und später auch das
Klarinettenspiel. Neben seiner Anstellung bei der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie
Schönebeck als Soloklarinettist ist Herr Bojanowski auch als Eventmusiker tätig und
musiziert zu verschiedenen Anlässen auf privaten und geschäftlichen Veranstaltungen. Die
Referenzenliste ist inzwischen sehr lang. Da ihm die Arbeit mit
Musizierenden jeder Altersgruppe Freude bereitet, ist er außerdem als Musikpädagoge und
tätig und unterrichtet Klarinette/Saxofon/Klavier. Während der Conrona-Pause stand er als
Berater allen Interessierten, die ihr Üben verbessern wollten, online zur Verfügung. Diesen
Service bietet er bis heute an, dank seiner jahrzehntelangen Orchestererfahrung nicht nur für
die genannten Instrumente.
Wie man auf seiner Website www.jerzy-bojanowski.de nachlesen kann, führte ihn seine
musikalische Passion nach Frankreich, Südafrika, Kuba, Polen, Litauen, Ukraine, Dänemark
und viele andere.
Ich möchte die Menschen erreichen!
Jannik Thomas (JT): Auf Ihre musikalische Karriere werden wir definitiv noch zu sprechen
kommen, jedoch würde ich zuerst gerne etwas über Sie erfahren. Woher und aus welchen
Verhältnissen kommen Sie?
Ich komme aus Südost-Polen. Meine Mutter hat Geige gespielt, mein Vater
Klarinette. Auch meine Großeltern waren sehr musikalisch. Sie haben viele
Opernaufführungen besucht, und das habe ich schon als Kind mitbekommen.
JT: Also kann man sagen, dass Ihre Familie eine Musikerfamilie war? So sind sie dann

vermutlich auch zur Musik gekommen, richtig?
Ja, genau. Seit der ersten Klasse habe ich auf Anraten meiner Eltern parallel
die Grundschule und die Musikschule besucht. Als ich 13 oder 14 Jahre alt war, stand für
mich fest, dass ich die Musik zu meinem Beruf machen möchte. So besuchte ich die
Musikschule bis zum Abitur.
JT: Dort haben Sie dann das Klavier spielen gelernt?
Ja, ich habe mit dem Klavier angefangen und nach ein paar Jahren kam die Klarinette dazu.
Eigentlich habe ich erst begonnen, Tenorsaxofon zu spielen. Das „Ding“ musste ich aber zur
Musikschule tragen, und das war mir zu schwer. Deswegen habe ich mir dann die Klarinette
ausgesucht. Dazu habe ich in einem Interview beim Offenen Kanal bereits erzählt, dass es
gab für mich keinen Plan B. gab.
JT: Haben Sie denn auch ein musikalisches Vorbild, zu dem Sie in der Hinsicht aufschauen?
Durchaus! Also damals, als ich noch in der Musikschule war, wurde gerade die Klarinettistin
Sabine Meyer bekannt. Später habe ich mich auch noch mit Benny Goodman beschäftigt.
Mein musikalisches Interesse ist sehr vielfältig. Ich mag einfach gute Musik. Musik,
bei der ich immer wieder etwas entdecken kann. Dazu gehört Jazz, Soul, Filmmusik. Meine
persönlichen Helden, da offensichtlich mit grenzenloser Kreativität ausgestattet, sind David
Foster und Quincy Jones. Es schwinden allerdings die Chancen, dass ich letzteren
irgendwann noch mal live erleben darf, da er inzwischen bereits 88 Jahre alt ist.
JT: Das klingt toll. Sie haben eben schon gesagt, dass Sie sehr schnell festgestellt haben, dass
Musik das ist, was Sie später machen möchten. Wie kamen Sie dann nach Deutschland? Auch
durch die Musik?
Tatsächlich, 1986 habe ich angefangen mit meinem Musikstudium angefangen. 1990 habe ich
dann das Probespiel in Schönebeck bestanden und im August meine Stelle bei der
Mitteldeutschen Kammerphilharmonie angetreten. Mein Studium habe ich erst 1991 beendet.
Das ist meine erste und auch einzige Orchesterstelle, und das nun schon seit 31Jahren.
JT: Aber Sie sind ja nicht nur im Orchester tätig, richtig?
Stimmt. Ich unterrichte noch im Konservatorium in Magdeburg seit knapp 21 Jahren
Klarinette und Saxofon. Außerdem unterrichte ich bei mir zu Hause noch Klavier. Zusätzlich
spiele ich auch in verschiedensten Besetzungen, wenn es sich ergibt. Natürlich musiziere ich
auch allein, z.B. auf verschiedenen Events und Festlichkeiten.
JT: Können Sie beschreiben, was daran den Reiz für Sie ausmacht?
Ich bin immer aufgeregt, bevor ich spiele, weil ich mein Publikum erreichen möchte. Wenn
ich im Orchester spiele, bin ich Teil eines Ganzen. Hatte ich eine oder mehrere Solostellen,
erfahre vielleicht hinterher, wie es dem einen oder anderen gefallen hat. Wenn ich privat
engagiert werde, bin ich von der Programmplanung (oft sehr persönlich) über die
Zusammenstellung des Equipments bis zum letzten Ton gefordert. Sehr oft werde ich auch
wiederholt engagiert. Dann weiß ich, dass die Menschen mit meiner Musik berührt habe. Das
größte Kompliment erfuhr ich vor kurzem zu später Stunde, als ein über siebzigjähriger
Zuschauer sagte: Ich wäre gerne Schüler bei dir, Jerzy!Die andere Sache, die mich reizt,
ist, etwas voranzubringen. Im Konservatorium frage ich meine Schüler nicht nur, ob sie geübt
haben, sondern ob es ihnen etwas gebracht hat. Ich
gehe sogar noch weiter und frage: Was hat es dich gesundheitlich gekostet? So können
dauerhafte Schäden durch falsche Haltung oder Bewegung vermieden werden.

JT: Wie es scheint, sind Sie sehr zufrieden mit dem, was Sie tun.
Ja, das ist richtig. Obwohl ich sagen muss, wenn ich nicht Musiker geworden wäre, wäre das,
was Sie hier machen, also Personalberatung und Management, auch etwas für mich gewesen.
Da kann man etwas Gutes tun und Menschen helfen. Am besten mit Verbindung zur Musik.
JT: Das ist ein super Stichwort. Ich wollte nämlich sowieso gerne wissen, wie Sie mit uns
bzw. Frau Heinemann in Kontakt gekommen sind?
Also von Frau Heinemann habe ich schon lange gehört. Dann hat mir eine Bekannte etwas
darüber erzählt. Ich habe immer wieder von Personalberatungen gelesen und Werbung davon
gesehen. Daraufhin habe ich mich informiert und fand diese Tätigkeit sehr interessant.
JT: Denken Sie, man könnte die Musikbranche und die Personalberatung irgendwie
zusammenbringen? Gibt es da eine Schnittmenge?
Auf jeden Fall! Sie suchen gute Leute, die zusammenpassen und zu einem Team werden. Ein
Orchester ist auch ein Team. Da sitzen nicht nur viele gute Musiker, sondern auch viele
Individualisten. Jeder weiß besser als der andere, wie man eine z.B. Mozartsinfonie spielt.
Deswegen muss man Leute finden, die zueinander passen. Da könnte man als
Personalberatung ansetzen. Wenn jemand ausfällt, dann braucht man eine Vertretung. Diese
Vertretung passt mitunter nicht zum eingespielten Orchester(team). Da könnte man dann als
Personalberatung eine Vertretung finden, die besser passt.
JT: Denken Sie denn, dass die Musikszene offen ist für Außenstehende? Sowohl Firmen wie
auch Privatpersonen?
Sportler waren schon früher offen für die Zusammenarbeit mit z. B. Therapeuten,
Psychologen oder verschiedenen Coaches. Ich denke, die Musikszene bewegt sich auch immer
mehr dort hin. Während der Corona-Pandemie mussten die Musiker sich mit anderen
Unternehmen zusammenschließen, denn ohne die Nutzung von bestimmten Onlineplattformen
und Videomarketing wäre das Unterrichten gar nicht möglich gewesen. Es gibt auch andere
Unternehmen, die schon einen Platz in der Musikszene haben. Zum Beispiel Eventplaner, die
unsere Events und Auftritte planen.
JT: Ist es denn als Zuhörer auch einfach, sich für die Klassische Musik zu begeistern?
Das ist eine super Frage. Mein ehemaliger Chefdirigent hat einmal gesagt: „Bei einem
Schulkonzert werden die Kinder, die bestimmt nicht über besondere Musikkenntnisse
verfügen, nicht erkennen, dass die Klarinette vielleicht an einer Stelle zu früh, zu spät, zu
hoch oder zu tief war. Sie werden aber durchaus erkennen, ob alles zusammenpasst, und ob
wir spielen, weil es uns Spaß macht oder nur, weil wir müssen…“ Ich höre so oft von Leuten,
dass sie keine Ahnung von Musik haben, und dass das dann auch nichts für sie ist. Ich weiß
jedoch auch nicht, wie die Bilder in den Kasten kommen, den ich jeden Abend anschalte,
trotzdem mag ich es fernzusehen. Es sind einfach das Gefühl und die Emotionen, die dabei
entstehen. Das ist das Zauberhafte an der Musik!.
JT: Und wie ist das für die Musiker? Gibt es da welche, die keine musikalische Familie
haben und vielleicht auch erst spät zur klassischen Musik gefunden haben?
Ja, natürlich. Gerade Musiker aus dem Ausland, die durch Ihre Kultur in ihrem Heimatland
gar nicht so viel Kontakt mit klassischer Musik haben. Die kommen nach Europa, weil man
hier viel intensiveren Zugang zu Mozart oder Beethoven hat.

JT: Haben Sie Pläne für die Zukunft oder bestimmte Träume?
Im nächsten Jahr freue ich mich auf meine drei Soloauftritte mit dem Klarinettenkonzert von
Franz Krommer Ende April, die ein Teil des Konzertprogramms der Mitteldeutschen
Kammerphilharmonie sind.
Außerdem möchte ich noch mehr Schulen und Kindergärten  erreichen. Ich schreibe jetzt
schon die Kontaktpersonen an und arrangiere dort Termine. Ich denke, es ist wichtig, dass
Kinder die Chance bekommen, Musik und Musiker live zu erleben. Dort können sie Fragen
stellen und musikalische Wünsche äußern. Wenn sie später ein Konzert besuchen, haben sie
einen ganz anderen Bezug dazu. Die Musik ist einfach näher.
Mein Ziel ist es außerdem ein E-Book und einen Online-Kurs zum Thema Üben zu erstellen.
JT: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei all Ihren Unternehmungen!

 

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