Musikalische Adventsüberraschung

Die Vorweihnachtszeit übt jedes Jahr eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Mit dem dritten Türchen aus dem Adventskalender des Salzlandtheaters Staßfurt möchte ich alle anstecken. Mein besondererDank gilt dem Aufnahmeteam mit Stephan Czuratis. Viel Spaß beim Zuhören und eine schöne Vorweihnachtszeit. Ihr Jerzy Bojanowski

Was geht, wenn nichts mehr geht?

Ich habe eine Schwäche – die Weihnachtszeit. Viele Konzerte mit dem Orchester oder alleine und der Kontakt mit festlich aufgelegtem Publikum erfüllen mich mit großem Glück. In Zeiten, wo eine Weihnachtsfeier nach der anderen und auch Konzerte abgesagt werden, verzichte ich nur ungerne auf dieses Gefühl. Im Klartext: ich handele voller Eingennutz. Der einzige Haken: ich biete die Weihnachtsstimmung per Zoom an – kostenlos! Dank Internet können die vorweihnatlichen Klänge so von Schleswig-Holstein bis nach Bayern hörbar werden. Und: für die eine oder andere Frage an den Orchestermusiker findet sich auch Zeit. Teilen Sie mir gerne Ihre Terminwünsche mit! Ich wünschen allen eine schöne Vorweihnachtszeit! Bleiben Sie gesund!

Wagner, wie die Pizza

Bei einem unserer wöchentlichen Einkäufe im Bioladen unseres Vertrauens wurde die Kassiererin von einem Postboten nach ihrem Namen gefragt. „Wagner, wie die Pizza„, antwortete sie. Das machte uns nachdenklich. Sollten wir beim nächsten Besuch in diesem Markt mit einem etwas anderen ethischen Bewusstsein etwa die Tiefkühltruhe nach einem Produkt durchsuchen, das vom  Nestlé-Konzern hergestellt wird? Muss man den Namen Wagner unbedingt mit einer Assoziation verbinden oder steht er nicht schon für sich selbst? Und wenn schon, gab es nicht einen Komponisten, der so hieß?   Foto: Thomas Ertmer Foto Mentzel

Was macht den „Happy Beton“ so glücklich?

In Magdeburg gibt es immer etwas zu bestaunen, z.B., ein Baufahrzeug mit der Aufschrift www.happy-beton.de. Was macht den Beton so glücklich? Ist sein Glück vergleichbar mit dem eines Orchestermusikers während eines Auftritts oder einer Vorbereitungsphase oder dem eines Schülers bei regelmäßig schöner Zeit mit seinem Instrument auf der Bühne und zu Hause? Den Gesprächen mit meinen Musikschullehrerkollegen entnehme ich, dass die Realität dem Glück oft entfernt ist. Also 1:0 für den Beton? Dabei ist das musikalische Glück dem Greifen so nahe, wie die aufmersamen Leserinnen dieses Blogs bereits erfahren haben! Was geht Ihnen gerade durch den Kopf? Eifern wir gemeinsam dem Beton nach und erzielen wir den Ausgleich!

Ich brenne für meinen Job…

Er brennt für seinen Job, wie es jeder gern tun würde. Aber warum? Interview mit Jerzy Bojanowski, Soloklarinettist der Mitteldeutschen KammerphilharmonieSchönebeck, Pianist, Eventmusiker und Musikpädagoge. Foto: Thomas Ertmer/Fotoatelier Mentzel Es gibt sicherlich viele Menschen, die sich jeden Morgen fragen: Wofür mache ich das überhaupt? Sollte ich nicht lieber liegen bleiben und mich nach etwas anderem umschauen? Dieses Gefühl ist auch nicht verwerflich, da man nicht immer direkt beim ersten Anlauf den perfekten Job für sich findet. Nicht jeder weiß direkt nach seinem Schulabschluss, was der richtige Beruf für ihn ist, weshalb doch sehr viele Menschen eine Tätigkeit ausüben, mit der Sie überhaupt nicht glücklich sind.Für all diese Personen gibt es jedoch eine gute Nachricht. Der Job-Markt ist groß und mit präzisen Beratungen und Studien/Berufsorientierungstests kann für jeden ein geeigneter Job gefunden werden, für den sich das Aufstehen lohnt.Ausführlichte Tests und Beratungsgespräche zur Berufsfindung oder Umorientierung werden von der Heinemann e.K Personal- und Managementberatung angeboten.Bei Fragen wenden Sie sich an uns.  Der Kontakt zu Herr Bojanowski entstand nicht wie bei vielen anderen unserer Interviewpartner über eine Bewerbung bei uns, sondern über einen zufälligen Kontakt zwischen ihm und Frau Heinemann. Herr Bojanowski zeigte Interesse an dem Berufsfeld der Personalberatung und des HR-Managements. […]

Konzertbesuch? Überflüssig?!

Die weltberühmte Sängerin Elisabeth Schwarzkopf (1915-2006) sagte einmal: „Wovon soll ich singen, wenn ich das Leben nicht kenne?“ Die meisten unserer Konzertbesucher kennen das Leben schon, sind sie doch schließlich in den glücklichen Siebzigern. Also unternehme ich einige Anstrengungen, zumindest dort den den Altersdurchschnitt zu senken, wo ich es beeinflussen kann. Meine Freunde, Bekannte und alle, die es (nicht) hören wollen, sind schon es schon seit vielen Jahen gewöhnt, stets aktuelle Konzerttipps von mir zu bekommen. Facebook, Instagram, Xing, LinkedIn gehören auch dazu. Meine Musikschüler bleiben natürlich auf dem Laufenden. Im Konzertsaal hört man die Ergebnisse der letzten Proben, lernt oft neue Stücke, Interpreten und Komponisten kennen. Noch wichtiger ist es, sich mit Musik zu umgeben, in ihr zu baden, sie aufzusaugen – so, als wäre es unsere Muttersprache. Eine traurige Beobachtung ist, dass sich die Beschäftigung mit Musik auf das Instrument und das wöchentliche Üben zu beschränken scheint. Während das Auslandssemester  oder – jahr , um eine Sprache zu lernen fast selbstverständlich ist, scheint das, was zum Greifen nah, unmöglich. Ist das das neue Normal? Haben meine Kolleg*Innen und Konzertveranstalter*Innen sich damit abgefunden? Eine aktuelle Beobachtung: auf meine Einladung zum Besuch der Monooper „Anne Frank“ von Grigori Frid zum […]

Üben ohne Plan – Geht das?

Klar, geht das. Erlebe ich sogar oft. Dann heißt es: „Ich habe doch geübt„,  „Zu Hause hat es doch geklappt“ oder „Ich kann das nicht so richtig„. Inzwischen hat sich unter meinen Schülern schon herumgesprochen, dass auch kleine, sinnvoll geplante Einheiten zu schnellen Erfolgen führen. Meine Schüler wissen außerdem, wie ich mich auf meine Solo-Auftritte vorbereite: – im Kalender suche ich schon im voraus nach möglichen (und unmöglichen) Zeitreserven und Orte (Wald, Frühstücksraum in einer Autowerkstatt während einer Durchsicht) – die Stücke teile ich in sinnvolle Abschnitte – in jeder Übeeinheit erhält jeder Abschnitt einen Platz, egal ob ich eine halbe oder drei Stunden zur Verfügung habe – ebenso plane ich immer Einspiel- und Pausenzeiten – sehr wichtig: ein „Jetzt-möchte-ich-es-aber-wissen-Abschnitt“ – als eine kleine Generalprobe – Ein „Was-mir-nicht-gefallen-hat-Abschnitt“ gehört auch in diese Planung – da ich bekannterweise Üben „…als Beweise sammeln, dass ich es kann…“ sehe, greife ich in meine prall gefüllte Übe-Werkzeugkiste, was mir großen Spaß macht (z.B. kurz vor dem Zubettgehen eine Übeeinheit ohne Ton) – Selbstverständlich sind Metronom und Kurzzeitwecker mit dabei – für eine wöchentliche Übeplanung reicht ein A4-Blatt, für eine Tageseinheit reicht ein Post-It Üben ohne Plan-Geht das? Lieber nicht!   Fotoatelier Mentzel

Nehme ich das zu ernst?

Wegen der Corona-Pandemie sind viele Musikschullehrer auf den digitalen Unterreicht umgestiegen. Ich habe während dieser Pandemie auch einen positiven Aspekt entdeckt. Anfangs gingen Audio-Aufnahmen vom Üben zu Hause hin und her, weil sich einige meiner Schüler so entschieden hatten. Später merkte ich, welch Potenzial in diesen Hörbeispielen steckt. Es hat ein wenig gedauert, bis sich herumgesprochen hatte, dass es um kein ausgefeiltes Konzert geht. Im Mittelpunkt stehen die Übezeiteinteilung und das Erkennen von anspruchsvollen Stellen, um diese dann kreativ und analytisch zu verbessern. Der beste Effekt entsteht, wenn die Schüler*innen mit dem Drücken der Recordtaste gleich wieder vergessen, dass sie ihre Übe-Session aufnehmen. Ein paar Schüler fanden den Aufwand, sich einmal in der Woche mit ihrem Hobby auseinanderzusetzen (inklusive Aufnahme) zu groß und warfen das Handtuch. Für alle anderen nehme ich mir regelmäßig Zeit (Hören – Kommentieren – schriftlich oder mit Audio- oder Videoaufnahmen). In den Präsenzstunden üben wir weiter.  Besucher meiner Webseite bezahlen für diesen Service (verschiedene Instrumente). Für meine Schüler ist dieser Mehrwert gratis. Inzwischen sieht die Realität anders aus. Die Aufnahmen sind rar geworden. Spürbare Fortschritte auch. Da ich sinnvolles und kreatives Üben für unabdingbar halte, lehne ich es ab, die gesamte Beschäftigung mit dem jeweiligen Stück […]

„Zu früh für einen Übe-Workshop…?“

„Es ist zu früh für einen Workshop, denn das Schuljahr hat gerade erst begonnen…“, habe ich im Konservatorium gehört. Zusammen mit Hagen Schwarzrock und den Teilnehmern aus unseren Klarinette/Saxofon/Klavierklassen waren wir natürlich anderer Meinung. Schon seit längerer Zeit sind wir in einem interessanten Austausch und beobachten Parallelen zwischen den Schülern unserer Klassen. In der voll gepackten Schulwoche bei der Frage zum Thema Üben „Alles oder Nichts“, lautet die Antwort oft  „Nichts“. Es vergehen oft Wochen ohne nennenswerte Fortschritte. So haben wir am 18.09.2021 in einer bunten Runde das Thema „Endlich wieder Üben“ mit Leben erfüllt. Die Pianist*Innen lernten von den Holzbläser*Innen und umgekehrt. Es ging u.a. um: – Hightech-Übehilfen – Bruce Lee: „Kämpfen (Üben) ohne zu kämpfen“ –Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche)   das Üben nach Plan/kleine Schritte/ – weniger/regelmäßig tun – „unter die Brücke stellen“, während voll beladene LKWs darüber Rollen – Geübtes anschließend zuverlässig „speichern“ -Was haben eine Ballett-Piruette mit den Sprüngen am Klavier zu tun? – Hatte der Rennfahrer Ayrton Senna Recht, wenn er sagte: „Wenn Du alles unter Kontrolle hast, bist Du zu langsam.“ – Üben als Beweise sammeln des eigenen musikalischen Könnens. Online – Übe-Coaching für verschiedene Instrumente Fortsetzung folgt… Hallo Jerzy, […]

…und dafür hat jemand Geld genommen!

Seit 24 Jahren betreue ich die Holzbläser-Gruppe des Sinfonischen Musikschulorchesters Sachsen-Anhalt. Während der einwöchigen Arbeitsphasen haben wir schon mehrere Konzertprogramme erarbeitet. Dabei bin ich nicht der Einzige, der aufmerksam zuhört. Die jungen Musiker*innen schnappen auch die eine oder andere Bemerkung, Formulierung oder Metapher auf. Die Früchte bekomme ich dann während des Abschlussabends serviert. Es klappt aber nicht immer. Trotz mehrmaligen Andeutungen durfte ich bis jetzt noch nie mit einem echten japanischen Schwert nach Hause fahren. In diesem Jahr bekam ich eine Spardose mit der Aufschrift: …und dafür hat jemand Geld genommen! In unseren gemeinsam Proben sollten wir nämlich verschiedene Druckfehler und Unstimmigkeiten im Notentext korrigieren. Oft mit besagtem Satz von mir kommentiert. Eines meiner Lieblingsthemen ist das Buchstabenkürzel cresc. oder dimm, was meistens von den Schülern übersehen wird. Freundlicherweise waren genügend dieser Zeichen <, > liebevoll auf Papier gemalt. So steht einem schönen musikalischen Vortrag nichts mehr im Wege.