„Zu früh für einen Übe-Workshop…?“

Jerzy Bojanowski - Charity für Schulen und Kindergärten
„Es ist zu früh für einen Workshop, denn das Schuljahr hat gerade erst begonnen…“, habe ich im Konservatorium gehört. Zusammen mit Hagen Schwarzrock und den Teilnehmern aus unseren Klarinette/Saxofon/Klavierklassen waren wir natürlich anderer Meinung. Schon seit längerer Zeit sind wir in einem interessanten Austausch und beobachten Parallelen zwischen den Schülern unserer Klassen. In der voll gepackten Schulwoche bei der Frage zum Thema Üben „Alles oder Nichts“, lautet die Antwort oft  „Nichts“. Es vergehen oft Wochen ohne nennenswerte Fortschritte. So haben wir am 18.09.2021 in einer bunten Runde das Thema „Endlich wieder Üben“ mit Leben erfüllt. Die Pianist*Innen lernten von den Holzbläser*Innen und umgekehrt. Es ging u.a. um:
– Hightech-Übehilfen
Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche)   das Üben nach Plan/kleine Schritte/
– weniger/regelmäßig tun
– „unter die Brücke stellen“, während voll beladene LKWs darüber Rollen
– Geübtes anschließend zuverlässig „speichern“
-Was haben eine Ballett-Piruette mit den Sprüngen am Klavier zu tun?
– Hatte der Rennfahrer Ayrton Senna Recht, wenn er sagte: „Wenn Du alles unter Kontrolle hast, bist Du zu langsam.“
– Üben als Beweise sammeln des eigenen musikalischen Könnens.
Fortsetzung folgt…

Hallo Jerzy,

ich finde, dass der Workshop immer! passt. Über das richtige Üben kann man gar nicht genug nachdenken. Und: oft sind die Schüler überfordert, wenn sie ohne Anleitung zum Üben allein an die Materie herangehen sollen. Daher finde ich gerade diesen Workshop so wichtig. Zu Deiner Frage, ob meine Klavierschüler mit den Ansätzen/Anregungen, die Du gegeben hast, etwas anfangen können? Ja, ich bin überzeugt, dass es ihnen weiterhilft; Deine Methode der analytischen, kreativen Variation des anliegenden „Problems“ entspricht genau meinem Denken. Wir könnten den nächsten Workshop als Meisterkurs in größerem Kreis veranstalten und die Schüler selber Übevarianten entwickeln lassen, die wir dann bewerten und verbessern. So sind sie praktisch gefordert, unter fachmännischer „Aufsicht“.

Das sind meine Gedanken zu dem Thema.
Beste Grüße und vielen Dank für Deine Anregung zu diesem Workshop.

Hagen